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Schlosskapelle St. Nikolaus - Kultur und Reisen, die Freude machen

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St. Nikolaus: Die ehemalige Schlosskapelle – Geschichte erleben im Herzen von Sulzbach-Rosenberg
Kirchen und Kapellen des Amberg-Sulzbacher-Land
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St. Nikolaus (ehemalige Schlosskapelle)St. Nikolaus (ehemalige Schlosskapelle)

Die Burgkirche St. Nikolaus ist ein verborgenes Juwel der Geschichte. Obwohl sie heute in einem modernen Gewand erscheint, zählt sie zu den etwa zehn ältesten Sakralräumen Süddeutschlands. Ihr Mauerwerk birgt Geheimnisse, die bis in die Zeit Karls des Großen zurückreichen.

Ein Erbe aus der Karolingerzeit
 
Die Ursprünge der Kapelle reichen bis in das frühe 9. Jahrhundert zurück. Bei der archäologischen Generalsanierung um das Jahr 2000 konnten bedeutende karolingische Überreste gesichert werden:
 
  • Historisches Mauerwerk: Im Langhausbereich ist das Mauerwerk noch bis zur Traufhöhe aus dieser Zeit erhalten.
  • Weitere Funde: Fundamente der Apsis und des Hochaltars, Reste alter Fußböden, ein kleines Fenster sowie ein Säulenkapitell belegen die frühe Bedeutung des Ortes.
  • Hochadelsfriedhof: Nördlich der Kirche befand sich ein Friedhof aus dem 9./10. Jahrhundert, der im 11. Jahrhundert mit einer Memorialkapelle überbaut wurde. Die Umrisse dieser Anlage sind heute durch Markierungen im Pflaster des oberen Schlosshofes sichtbar.
 
St. Nikolaus (ehemalige Schlosskapelle)Von Grafentöchtern und Kaiserinnen
 
St. Nikolaus war ein Ort des Gebets für hochadlige Persönlichkeiten, darunter die beiden Sulzbacher Grafentöchter Gertrud und Bertha (geboren um 1110–1115):
 
  • Gertrud wurde die Gemahlin des deutschen Königs Konrad III.
  • Bertha trat eine bemerkenswerte Reise an: 1142 verließ sie Sulzbach in Richtung Konstantinopel, wo sie 1146 als „Irene“ zur Kaiserin des oströmischen Reiches gekrönt wurde. Ihre    Lebensgeschichte und ihre Reise in den Orient sollen sich sogar im Nibelungenlied  widerspiegeln. Bertha-Irene pflegte zudem enge Verbindungen zu berühmten Heiligen wie Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen und Hedwig von Schlesien.
 
Wandel der Zeit: Profanierung und neue Nutzung
 
Die wechselvolle Geschichte der Kapelle spiegelt auch die konfessionellen Umbrüche der Region wider. Während der Gegenreformation (1627–1649) diente sie den Protestanten als geistlicher Zufluchtsort.
 
Nach der Profanierung im Jahr 1807 wandelte sich ihre Funktion grundlegend:
 
  • Druckereigeschichte: Das Gebäude diente als Papierlager für die Verlagsbuchhandlung J.E.v. Seidel, die ab 1810 die weltweit erste interkonfessionelle Bibelanstalt betrieb.
  • Umbau: Nach 1862 wurde die Kapelle zu Wohnzwecken umgebaut, wobei das gotische Chorgewölbe – eine Ergänzung aus der Zeit um 1300 – zerstört wurde.
 
St. Nikolaus (ehemalige Schlosskapelle)Die Kapelle heute
 
Seit der umfassenden Sanierung und Teilrekonstruktion um das Jahr 2000 erstrahlt St. Nikolaus in einer Verbindung aus historischer Substanz und moderner Architektur. Heute fungiert sie als Veranstaltungsraum und ist im Rahmen von Führungen zugänglich.
Adresse: St. Nikolaus (ehemalige Schlosskapelle) Im Schloss 1 92237 Sulzbach-Rosenberg

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